Yoga-Lehrausbildung - Erfahrungsberichte

 

Anna:

Yoga hatte (…) auch schon vor der Ausbildung, währenddessen und hat nun auch nach Abschluss der Ausbildung einen wichtigen Platz in meinem Leben. Verändert hat sich durch die Ausbildung trotzdem einiges.

Zum einen betrifft dies meine Yogapraxis auf der Matte: Habe ich vorher vor allem unter Anleitung z.B. mit online-Videos geübt, so habe ich jetzt eine eigene Praxis etabliert, die nicht zwingend eine äußere Anleitung braucht. Auf der Basis dessen, was wir in der Ausbildung über das Prinzip des vinyāsa krama gelernt haben, kann ich für mich selbst recht intuitiv und zügig Yogapraxen entwickeln. (…)

Zu meinem gewandelten Verständnis von Yoga hat neben dem Verstehen und körperlichen Begreifen des Konzeptes des viniyoga vor allem die Beschäftigung mit den philosophischen Themen beigetragen. Die Ausbildung war für mich tatsächlich die erste Berührung mit den philosophischen Grundlagentexten des Yoga – ich fand es dabei sehr spannend zu beobachten, wie sich mir Stück für Stück über den gesamten Zeitraum der Ausbildung hinweg erschlossen hat, aus was für einem Kontext und Denken heraus Yoga entstanden ist.

 

Anna-S.:

Am Ende meiner Yogalehrausbildung hat Yoga für mich eine deutlich tiefere und umfassendere Bedeutung als zu Beginn. Früher war meine Praxis stark körperlich geprägt und hatte teilweise den Charakter von Fitness: Je anspruchsvoller eine Haltung war, desto größer erschien mir ihr Wert.
Ich maß meinen Selbstwert an der vermeintlich perfekten Ausübung dessen.

Heute verstehe ich Yoga als einen Weg der Loslösung vom Fokus auf physische und geistige Leistung hin zu Geduld und einem achtsamen Umgang mit mir selbst. Nicht die perfekte äußere Form steht im Vordergrund, sondern das bewusste Erleben und die Präsenz im Augenblick.
Die Asanas sind für mich ein Mittel zur Selbstwahrnehmung und nicht das Ziel an sich.

Yoga beginnt dort, wo ich gerade bin, unabhängig von Voraussetzungen oder Beweglichkeit. (…)

 

Christin:

Yoga ist für mich mittlerweile mehr als die Praxis auf der Matte. Es ist zu einer inneren Ausrichtung geworden, eine Haltung mir selbst und dem Leben gegenüber. Besonders die Auseinandersetzung mit den acht Gliedern nach Patanjali hat meinen Blick vertieft.
Yoga ist kein Ziel, das ich erreiche, sondern ein Weg, auf dem ich übe, mal achtsam, mal stolpernd, aber immer bewusster.

Und auch wenn ich mir bis heute nicht alle Sanskrit-Namen merken kann und manchmal über ihre Aussprache stolpere, hat sich ihre Bedeutung in mir verankert. Es geht für mich nicht darum, Begriffe perfekt wiederzugeben, sondern darum, das dahinterliegende Verständnis zu leben.
Ob ich nun jedes Glied korrekt benennen kann oder nicht, die Haltung von Achtsamkeit, Selbstreflexion und Verantwortungsbewusstsein begleitet mich im Alltag. (…)

 

Lena:

(…) Die Ausbildung hat mir geholfen, Yoga als eine der wichtigsten Lebensweisheiten zu verstehen. Lange Zeit ging ich davon aus, dass Yoga hauptsächlich aus körperlichen Übungen besteht. Erst durch den Einblick in die yogische Philosophie wurde mir bewusst, wie viel Tiefe und Komplexität Yoga tatsächlich besitzt. Viele Inhalte benötigen Zeit, um wirklich verstanden zu werden, und dennoch sind sie überraschend klar und lebensnah. Besonders faszinierend empfinde ich, dass jahrtausendealte Schriften und Lehren auch heute noch relevant sind und sich problemlos in unser modernes Leben integrieren lassen.

Durch die Ausbildung habe ich einen völlig neuen Blick auf Yoga gewonnen. Während ich früher dachte, meinen Körper an die Asanas anpassen zu müssen, weiß ich heute, dass es vielmehr darum geht, die Asanas an den eigenen Körper anzupassen. Yoga bedeutet für mich nicht, bestimmte Positionen „perfekt“ auszuführen, sondern die Signale des Körpers wahrzunehmen und die Übungen individuell zu gestalten. Es darf Tage geben, an denen sanfter geübt wird, genauso wie Tage, an denen man sich mehr herausfordert. Entscheidend ist dabei eine sinnvoll, gut vorbereitete und ausgewogene Stundenplanung. (…)

 

 

Gabi:

(…) Durch die Ausbildung bin ich achtsamer und fokussierter geworden, selbst bei alltäglichen Arbeiten. Und auch dankbarer, für die vielen guten Dinge die das Leben bereit hält. Meine Yoga-Praxis hat sich quantitativ und qualitativ verändert. (…)  Die fast tägliche Praxis hat die Wahrnehmung auf meinen Körper geschult. Ich habe gelernt, dass ich mit der Übungspraxis Heilungsprozesse in Gang setzen und unterstützen kann. Das hat mir Vertrauen zu mir selbst gegeben. (…)

Ich habe die Wochenenden der Ausbildung durch die anregenden Gespräche und den Gedankenaustausch in den Stunden sehr genossen.

Vor allem die Lehrproben haben mir neue Horizonte eröffnet und mir gezeigt, wie wertvoll und bereichernd das Miteinander sein kann und wie sehr sich manchmal auch Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung voneinander unterscheiden.

 

 

Hanns:

(…) Vor der Ausbildung bot ich Yogastunden eher unvorbereitet und spontan an. Ich folgte dabei keinem strukturierten Konzept wie dem Vinyasa Krama. Heute gestalte ich die Stunden für die Jugendlichen deutlich strukturierter und fühle mich bei der Durchführung sicherer. (…) Ich passe die Praxis gezielt an die Bedürfnisse der Teilnehmenden sowie an die jeweilige Tageszeit und meine eigene Verfassung an. Besonders das positive Feedback der Jugendlichen bestätigt meine Entscheidung für die Ausbildung und zeigt mir, wie sehr sich meine Herangehensweise verändert hat. (…)
Als ich 2017 mit Yoga begann, lag mein Fokus auf der Optimierung von Körper und Geist. Im Laufe der Zeit verlagerte sich dieser hin zur Frage: Was brauchen mein Körper und mein Geist, um zur Ruhe zu kommen? Während meines Rheumaschubs empfand ich jedoch oft Groll und Ärger gegenüber meinem Körper. Ich erkrankte trotz intensiver Yogapraxis und bewusster Lebensweise. In dieser Phase fragte man mich oft, wie das trotz meines Yogaengagements möglich sei.

Vor diesem Hintergrund hat Yoga heute, kurz vor dem Abschluss der Ausbildung, einen hohen Stellenwert in meinem Leben. Die Praxis hat mir geholfen, mit meiner Erkrankung umzugehen.

 

L.H.:

Während der Ausbildung habe ich viele neue, mir bisher unbekannte Facetten von Yoga kennengelernt. Sie haben meinen Horizont erweitert und die Art und Weise, wie ich heute Yoga übe und was ich unter Yoga verstehe, verändert.

Auch wenn ich Yoga schon seit 15 Jahren mit wechselnder Intensität praktiziere, war die Praxis bis dahin eher auf körperliche Aspekte beschränkt. Dies ist mir seit der Ausbildung bewusst. Auch wenn ich schon immer nach der Yogapraxis spürte, wie zuverlässig sich ein Zustand körperlicher und geistiger Entspannung einstellt, eines war sicher nie in meinem Fokus: ein langer, feiner und gleichmäßiger Atem. Natürlich gehörte der Atem zu meiner Praxis immer dazu. Und ich kannte dieses besondere Gefühl, wenn sich Atem und Bewegung verbinden. Aber die Bewegungsabläufe gaben stets den Rhythmus vor, so wie ich es seinerzeit gelernt habe.

Während der Ausbildung lernte ich den viniyoga Stil kennen und merkte bald, wie sich in der Yogapraxis eine andere Qualität einstellt. Der Atem rückte in den Fokus und stand von da an erster Stelle, was meine Yoga-Praxis nachhaltig veränderte. (…)

 

Nicole:

(…) Bei der Ausbildung habe ich aber in allererster Linie sehr viel spannende neue Themen kennengelernt.

Ich bin immer begeistert, wenn ich Unbekanntes lernen und ausprobieren kann. Als einige Beispiele kann ich hier die medizinischen Kenntnisse und die Philosophie nennen.

Die Wochenenden geben mir aber sehr viel mehr als nur die reine Wissensaufnahme und die neuen Erfahrungen.

Es fühlt sich für mich immer wie ein Wellness-Wochenende an, bei dem ich völlig vom Alltag abschalten kann. Zu diesem Wohlfühlpaket haben die Gruppe, die Lehrkräfte und das Ambiente in der Yogaschule beigetragen und ich bin sehr dankbar für die vergangenen 2,5 Jahre der Basic-Ausbildung.

 

Sandy:

(…) Die Lehrausbildung hat dieses Gefühl noch vertieft und viel mehr geschafft: Yoga ist für mich mehr als ein Hobby geworden; er trägt heute wesentlich zu meiner Lebenseinstellung bei.

Ich bezeichne das für mich momentan gerne in der Weise, dass ich vom „Konsum“ des Yoga zum „aktiven“ Yoga komme (…)

Die Ausbildung hilft mir auch dabei, die Grenzen, die ich für mich im Yoga erkenne und akzeptiere, mutiger in meinen Alltag zu transportieren: passt diese oder jene Aufgabe zu mir, oder kann ich sie ändern? Merke ich, dass ich zu schnell atme oder unkonzentriert bin? Dann hilft es mir, bewusst ein- und auszuatmen. Hilft das nur vorübergehend? Dann kann ich ein paar āsana üben. Welche und wie lange, entscheide ich recht intuitiv. Es tut immer gut, und es bringt mich immer zu mir zurück.

Und das ist auch der Grund dafür, warum ich die Ausbildung fortführen möchte.

 

Sonja:

(…) Am Ende der Ausbildung habe ich für verschiedene Aspekte des Yoga ein komplett anderes Verständnis entwickelt.

Zum einen verstehe ich āsana besser, kann analysieren, wie sie aufgebaut sind, welche Wirkung sie haben sollen und wie sie auszuführen sind. Ich verstehe, wie ich Stunden sinnvoll aufbaue, was mir auch bei meiner eigenen Praxis zugutekommt. Weitaus wichtiger für mich ist aber, dass ich gelernt und verstanden habe, dass mein Atem meine Bewegung führt. Atem und Bewegung wirken miteinander. Mit dieser Kombination erreiche ich einen Fokus, den ich vorher nicht kannte, und ich kann die Wirkung von āsana und prānāyāma auf meinen Körper und meinen Geist spüren. Damit kann ich mich selbst besser einschätzen, spüre wo meine Grenzen sind.

Sehr wichtig war für mich zu verstehen, dass es bei Yoga nicht um „höher, schneller, weiter“ geht, sondern dass ich āsana auf meine körperlichen Bedürfnisse anpassen kann und sollte. (…)

 

Susann:

(…) Besonders die intensive Auseinandersetzung mit der Philosophie hat mir gezeigt, mit welchem Anspruch und welchem Ego ich zuvor auf der Matte stand. Schritt für Schritt konnte ich lernen, dieses Ego loszulassen und mich dem Üben mit mehr Offenheit und auch Präsenz zuzuwenden. Heute hat Yoga für mich einen deutlich größeren Stellenwert als zu Beginn. Es ist nicht mehr nur eine Praxis, die ich ausführe, sondern ein Weg, der mich jeden Tag begleitet. Yoga unterstützt mich, achtsamer mit mir selbst zu sein und innere Ruhe in turbulenten Zeiten zu finden. Zudem hat die Praxis von prānāyāma wesentlich mehr Raum eingenommen. Dies war vorher mehr oder minder nur Beiwerk, da mir auch der Hintergrund fehlte. Besonders bedeutsam ist für mich die innere Veränderung, die dieser Weg angestoßen hat. Ich habe gelernt, mir selbst mehr zu vertrauen und mich in meinem eigenen Tempo zu entwickeln, ohne mich ständig an äußeren Maßstäben zu messen. Die Ausbildung hat mir geholfen, eine tiefere Ruhe in mir zu finden – eine Ruhe, die nicht von äußeren Umstanden abhängig ist, sondern aus einer wachsenden Verbundenheit mit mir selbst entsteht. (…)

Die Ausbildung hat mir gezeigt, dass Yoga ein lebenslanger Weg und Prozess ist, der weit über die körperliche Praxis hinausgeht. Ein Weg, der mich sowohl persönlich als auch beruflich bereichert.

 

Susanne:

(…) Seit meiner Ausbildung habe ich aber noch einmal ein völlig anderes Verständnis für den Yoga entwickelt. Yoga bedeutet mehr als nur das Üben der ãsana. Die bewusste Wahrnehmung auf die Verbindung aus Atem, Körper und Geist wirken sich positiv auf die Seele aus und lassen mehr Wohlbefinden und Entspannung entstehen. Das hat meine Verbindung zum Yoga sehr viel intensiver werden lassen. In vielen täglichen Lebenssituationen habe ich gespürt, dass Yoga meinen Stress reduzieren kann und mir oft ein Gefühl von tiefer Dankbarkeit und mehr Lebensfreude schenkt. Die Aussage von Desikachar ‚Yoga ermöglicht etwas, was vorher so nicht möglich war‘, kann ich jetzt mit diesen Erfahrungen ganz anders ins Verhältnis setzen. (…) Gerade jetzt, mit über 60 Jahren, kann ich mir gut vorstellen mit dem Yoga nach meiner aktiven beruflichen Zeit eine sinnvolle Beschäftigung aufzubauen, die mich erfüllt.

(…) Ich möchte gern weiter machen, versuchen noch mehr zu lernen und zu verstehen und mit der Umsetzung in die Praxis mein persönliches Wohlbefinden jeden Tag aufs Neue ein bisschen zu verbessern. Das empfinde ich als große persönliche Bereicherung und bin dafür sehr dankbar.

Dankbar bin ich auch für die Erfahrungen und Erlebnisse während der Ausbildung und für die wunderbaren Menschen, die ich kennenlernen durfte. (…)

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